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Therapie

von neuroendokrinen Tumoren

Die Behandlung von NET/NEC hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Tumorstandorts, der Größe, des Grades der Hormonaktivität und des Ausmaßes der Ausbreitung.

Zu den Behandlungsoptionen gehören u.a. Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie und Hormontherapie. Früherkennung und eine umfassende multidisziplinäre Behandlung sind entscheidend für das Management dieser seltenen, aber potenziell schwerwiegenden Erkrankung.

Chirurgie

Die Chirurgie ist oft die primäre Behandlungsoption für neuroendokrine Tumoren und Karzinome, insbesondere wenn der Tumor lokal begrenzt ist. Ziel der Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, um eine potenzielle Heilung zu erreichen oder das Tumorwachstum zu kontrollieren. Bei NET/NEC wird die Chirurgie je nach Lage und Größe des Tumors durchgeführt. Kleine, lokal begrenzte Tumoren können möglicherweise vollständig entfernt werden, während größere oder metastasierende Tumoren eine umfassendere Operation erfordern können. Die Operation kann auch dazu beitragen, Symptome zu lindern, indem sie Tumormassen reduziert, die Druck auf umliegende Organe ausüben.

Medikamentöse Therapie

Umfasst Somatostatinanaloga, Hormontherapie und Chemotherapie. Sie zielt darauf ab, das Tumorwachstum zu hemmen, Hormonsekretion zu kontrollieren und Symptome wie das Karzinoid-Syndrom zu lindern.

Somatostatinanaloga

Medikamente, die die Wirkung von Somatostatin imitieren, einem Hormon, das das Wachstum neuroendokriner Tumoren und Karzinome hemmt. Sie können Symptome wie Flush, Durchfall und Bauchschmerzen lindern und das Tumorwachstum verlangsamen.

Chemotherapie

Die Verabreichung von Medikamenten, die das Tumorwachstum stoppen oder die Tumorzellen abtöten sollen. Obwohl nicht spezifisch für neuroendokrine Tumoren und Karzinome, kann sie in fortgeschrittenen Stadien zur Behandlung eingesetzt werden.

Zielgerichtete Therapien

Medikamente, die spezifisch auf Moleküle abzielen, die für das Wachstum und die Überlebensfähigkeit der Tumorzellen wichtig sind. Sie können das Tumorwachstum hemmen und sind oft besser verträglich als herkömmliche Chemotherapie.

Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT)

Die Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) ist eine zielgerichtete Krebsbehandlung, die vorrangig zur Behandlung von fortgeschrittenen oder metastasierenden neuroendokrinen Tumoren eingesetzt werden, die auf konventionelle Therapien wie Chirurgie, Chemotherapie oder Strahlentherapie nicht mehr ansprechen. Die PRRT hat sich insbesondere bei Tumoren des Magen-Darm-Trakts und der Bauchspeicheldrüse als wirksam erwiesen. 
Wirkmechanismus
Die PRRT nutzt die Tatsache, dass viele neuroendokrine Tumoren eine hohe Anzahl an Somatostatinrezeptoren auf ihrer Oberfläche haben. Diese Rezeptoren sind die Zielstrukturen für die PRRT. Bei der Therapie werden synthetische Peptide verwendet, sog. Somatostatin-Analoga (z. B. DOTATOC oder DOTATATE), die eine hohe Affinität zu den Somatostatin-Rezeptoren aufweisen und sich spezifisch an diese binden.

Um die Tumorzellen zu zerstören, werden die Peptide mit radioaktiven Isotopen (z. B. Lutetium-177) markiert. Diese Isotope emittieren Strahlung, die auf kurze Distanzen wirkt. Das radioaktiv markierte Peptid bindet sich an die Somatostatin-Rezeptoren auf den Tumorzellen und gibt seine Strahlung direkt an diese ab, was zu deren Absterben führt. Da die Strahlung hauptsächlich an die Tumorzellen abgegeben wird, bleibt das umgebende gesunde Gewebe weitgehend verschont.
Behandlungsablauf
Vor der Therapie wird eine gründliche Diagnose durchgeführt, um die Eignung des Patienten für PRRT festzustellen. Dies beinhaltet u.a. eine PET/CT-Untersuchung mit DOTATOC oder DOTATATE, um die Dichte der Somatostatin-Rezeptoren auf den Tumorzellen zu bestimmen. Sollte der Patient für eine PRRT in Frage kommen, wird das Arzneimittel intravenös verabreicht. Im Anschluss wird der Patient wenige Tage stationär überwacht, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlung zu bewerten. Im Allgemeinen wird die Behandlung sehr gut vertragen. Nebenwirkungen können vorübergehende Übelkeit, Müdigkeit und eine Verringerung der Blutwerte umfassen.

In unserem NET-Kompetenzzentrum stehen für die Therapie die Klinik für Nuklearmedizin der DRK Kliniken Berlin Köpenick sowie die Klinik für Theranostik & Radionuklidtherapie der DTZ Privatklinik zur Verfügung. Beide Stationen befinden sich direkt im OZB Onkozentrum Berlin in Köpenck.
Vorteile
Die hohe Affinität der Peptide zu den Tumorrezeptoren ermöglicht eine präzise Strahlenabgabe an die Krebszellen, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Studien haben gezeigt, dass PRRT das Tumorwachstum verlangsamen kann. Viele Patienten berichten von einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Linderung der Symptome nach der PRRT-Behandlung. In einigen Fällen wurden sogar vollständige oder partielle Tumorrückbildungen beobachtet.

PRRT ist besonders wirksam bei Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten neuroendokrinen Tumoren, die auf andere Behandlungsformen nicht ansprechen. Durch die zielgerichtete Wirkung werden systemische Nebenwirkungen minimiert, was zu einer besseren Verträglichkeit der Therapie führt. Sie gilt daher als vielversprechende Behandlungsoption für Patienten mit NET und NEC.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung von neuroendokrinen Tumoren und Karzinome (NET/NEC), insbesondere bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen. Diese Therapieform zielt darauf ab, Krebszellen zu zerstören oder ihr Wachstum zu hemmen, indem hochenergetische Strahlen gezielt auf den Tumor oder die betroffenen Bereiche gerichtet werden. Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte der Strahlentherapie bei NET/NEC näher erläutert.

Behandlungsdetails

Indikationen für die Strahlentherapie bei NETs

Die Strahlentherapie wird typischerweise bei folgenden Situationen angewendet:

  1. Lokal fortgeschrittene Tumoren: Wenn der Tumor lokal fortgeschritten ist und nicht vollständig durch eine Operation entfernt werden kann, kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, um das Tumorwachstum zu kontrollieren und die Symptome zu lindern.
  2. Metastasierter Krebs: Bei metastasierten NETs, insbesondere wenn sie in lebenswichtigen Organen wie der Leber oder den Knochen metastasiert sind, kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, um das Wachstum der Metastasen zu verlangsamen und Schmerzen zu lindern.
  3. Adjuvante Therapie nach der Operation: Nach der operativen Entfernung eines neuroendokrinen Tumors können Resttumore oder mikroskopische Tumorläsionen verbleiben. Die Strahlentherapie kann in solchen Fällen als adjuvante Therapie eingesetzt werden, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

Strahlentherapeutische Verfahren

  1. Externe Strahlentherapie (EBRT): Bei der EBRT werden hochenergetische Strahlen von außen auf den Tumor gerichtet. Diese Methode wird häufig bei größeren Tumoren oder Metastasen eingesetzt, die nicht für eine chirurgische Entfernung geeignet sind.
  2. Interne Strahlentherapie (Brachytherapie): Bei der Brachytherapie werden radioaktive Quellen direkt in den Tumor oder das betroffene Gewebe implantiert. Dies ermöglicht eine hohe Strahlendosis im Tumor bei minimaler Schädigung des umgebenden gesunden Gewebes.
Bestrahlungsplanung

Bildgebung und Simulation

Vor Beginn der Strahlentherapie werden Bildgebungsverfahren wie CT, MRT oder PET/CT bzw. PET/MR verwendet, um den Tumor genau zu lokalisieren und seine Ausdehnung zu bestimmen. Diese Bilder dienen als Grundlage für die Planung der Bestrahlung.

Zielvolumen und Risikoorgane

Anhand der Bildgebung werden das Zielvolumen (der Tumor oder die betroffenen Bereiche) sowie die umliegenden Risikoorgane (Organe, die einer Strahlenexposition ausgesetzt sind) definiert. Die Zielvolumina werden unter Berücksichtigung der Tumorgröße, der Tumorlage und anderer klinischer Faktoren festgelegt.

Bestrahlungsplanung und Dosimetrie

Anhand dieser Informationen erstellen Strahlentherapeuten einen individuellen Bestrahlungsplan, der die optimale Strahlendosis und die beste Bestrahlungstechnik für den jeweiligen Patienten festlegt. Die Dosimetrie, dh die Verteilung der Strahlendosis im Zielvolumen und umliegenden Gewebe, wird sorgfältig berechnet, um eine maximale Tumorkontrolle bei minimaler Toxizität zu gewährleisten.

Behandlungsablauf

Vor der Bestrahlung

Vor der eigentlichen Bestrahlung werden Patienten eingehend über den Behandlungsablauf informiert und erhalten möglicherweise eine spezielle Vorbereitung, z. B. die Markierung der Behandlungspositionen auf der Haut, um eine konsistente Positionierung während der Behandlung sicherzustellen.

Während der Bestrahlung

Die Strahlentherapie erfolgt in mehreren Sitzungen über einen Zeitraum von Wochen. Jede Sitzung dauert nur wenige Minuten, und die Patienten können nach Abschluss der Behandlung normalerweise sofort in ihren Alltag zurückkehren. Während der Bestrahlung wird der Patient sorgfältig überwacht, und das medizinische Personal steht zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Unterstützung zu leisten.

Nach der Bestrahlung

Nach Abschluss der Strahlentherapie werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen zu erkennen. Patienten können während und nach der Strahlentherapie unterstützende Maßnahmen erhalten, um Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Strahlentherapiegeräte

Moderne Strahlentherapiegeräte wie Linearbeschleuniger oder Cyberknife-Systeme ermöglichen eine präzise und hochgradig konformale Bestrahlung, bei der die Strahlendosis genau auf den Tumor fokussiert wird, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Diese Geräte bieten auch fortschrittliche Bildgebungstechniken, die eine präzise Positionierung und Überwachung während der Behandlung ermöglichen.

Interventionelle Radiologie

Minimalinvasive Verfahren, wie z. B. die Embolisation, um die Blutversorgung des Tumors zu blockieren oder Ablation, um den Tumor direkt zu zerstören. Kann zur Symptomlinderung eingesetzt werden.

Radiofrequenzablation (RFA)

Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem Hochfrequenzstrom verwendet wird, um den Tumor zu erhitzen und abzutöten. Häufig bei kleinen neuroendokrinen Tumoren und Karzinomen eingesetzt, insbesondere wenn diese nicht operiert werden können. Ziel ist es, den Tumor zu zerstören und Symptome wie Schmerzen zu lindern.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Eine Interventionstechnik, bei der Chemotherapeutika direkt in die Blutgefäße injiziert werden, die den Tumor versorgen. Gleichzeitig werden die Gefäße blockiert, um den Blutfluss zu stoppen und die Chemotherapie länger im Tumor zu halten. Häufig angewendet, um Lebertumoren zu behandeln.

Selektive interne Radiotherapie (SIRT)

Eine Form der Strahlentherapie, bei der radioaktive Mikrosphären in die Blutgefäße injiziert werden, die den Tumor versorgen. Die Mikrosphären geben gezielt Strahlung ab, um den Tumor zu zerstören. Häufig bei Lebermetastasen neuroendokriner Tumoren und Karzinome angewendet, um das Tumorwachstum zu kontrollieren.

Supportive Therapie

Die supportive Therapie spielt eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von neuroendokrinen Tumoren und Karzinomen, da sie darauf abzielt, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und den Patienten während ihres Krankheitsverlaufs zu unterstützen. Dazu gehören die Kontrolle von Schmerzen, die Behandlung von Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie die Bewältigung von Fatigue und anderen therapiebedingten Nebenwirkungen. Zudem können unterstützende Maßnahmen wie Ernährungsberatung, psychosoziale Unterstützung und palliative Versorgung eine wichtige Rolle spielen, insbesondere bei fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen, um den Patienten ein Höchstmaß an Komfort und Lebensqualität zu bieten.

Kombinationstherapie

Die Kombinationstherapie bei neuroendokrinen Tumoren und Karzinomen beinhaltet die Verwendung mehrerer Behandlungsansätze, um eine verbesserte Wirksamkeit zu erzielen. Dies kann die Kombination von chirurgischen Eingriffen mit medikamentöser Therapie, Strahlentherapie oder zielgerichteter Therapie umfassen. Ziel ist es, synergistische Effekte zu erzielen und verschiedene Aspekte der Krankheit anzugehen, wie Tumorwachstum, Symptomkontrolle und Metastasen. Durch die individuelle Anpassung der Therapie an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten können bessere Behandlungsergebnisse erzielt und die Progression der Erkrankung verzögert werden.

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